Albrecht-Dürer-Stadt-Nürnberg

Stadt Nürnberg

Vorträge im Albrecht-Dürer-Haus

Samstag, 5. August 2006, 10 bis 18 Uhr

Zum fünften Mal findet heuer die Reihe der Nürnberger Dürer-Vorträge im Albrecht-Dürer-Haus statt. Wieder sind namhafte Experten eingeladen, aus ihren aktuellen Forschungen zu berichten.

Eintritt:
1 Vortrag 4,– €
6 Vorträge 15,– €
Karten sind im Albrecht-D ürer-Haus erhältlich.


10 Uhr: Dr. Michael Roth, Kupferstichkabinett Berlin

„Dürers Mutter“

Das Bildnis der Barbara Dürer ist ein herausragendes Werk in der Entwicklung der europäischen Bildniskunst. Es ist wohl das erste Mal, dass ein Künstler das Antlitz seiner alten, kranken, vom Schicksal und der Familienarbeit verzehrten Mutter in einem lebensgroßen Brustbild darstellte. Albrecht Dürer setzte Barbara mit der präzisen, überaus genau beobachteten Bildniszeichnung ein zeitloses Denkmal. Gleichzeitig schuf er mit diesem privaten, von Sympathie und Sohnesliebe geprägten Bildnis eines der ersten Zeugnisse vorbehaltlos wahrgenommenen Alters einer Frau.

Michael Roth ist seit 2001 Kustos der Sammlung deutscher Zeichnungen, Buchmalerei und Druckgraphik bis 1800 am Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin.


11 Uhr: Bianca Bocatius M.A., Düsseldorf

Die Rezeption der Landschaftsaquarelle im druckgraphischen Werk Dürers

Die Landschaft ist in erster Linie im Aquarell Albrecht Dürers wesentlicher Bestandteil des Bildes. Aus diesem Grund werden zu Beginn dieses Vortrags die landschaftlichen Motive der Aquarelle mit denen des druckgraphischen Werks verglichen. Ziel des Vortrags ist es, motivische Übernahmen aus den Landschaftsaquarellen in der Druckgraphik aufzuzeigen, Dürers Bildkompositionen in beiden Techniken gegenüberzustellen und seine Auffassung von Landschaft darzulegen.

Bianca Bocatius ist freie Mitarbeiterin für die Stiftung Schloss und Park Benrath sowie für das Hetjensmuseum Düsseldorf.


12 Uhr: Mittagspause


14 Uhr: Prof. Dr. Ulrich Kuder, Christian-Albrechts-Universität Kiel, Kunsthistorisches Institut

Dürers „Hieronymus im Gehäus“

Bisher nicht befriedigend geklärt sind manche Details in Dürers berühmtem Kupferstich: Warum hängt ein dicker Flaschenkürbis von oben herab? Wozu benötigt der Heilige die vielen Kissen? Warum sitzt er in einem Einbau in ein größeres Gebäude, der nach einer Schönheitsreparatur verlangt? Die Beantwortung dieser Fragen eröffnet einen Einblick in Dürers Frömmigkeit und in sein Denken im Jahre 1514.

Ulrich Kuder ist seit 1996 Professor für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte in Kiel. Forschungsschwerpunkte: Kunst des Frühen Mittelalters und der Moderne.


15 Uhr: Birgit Münch M.A., Universität Trier, Kunsthistorisches Institut

Der Mediziner am Setzkasten. Ulrich Pinder als Auftraggeber der Dürer-Werkstatt

Der Stadtarzt Ulrich Pinder unterhielt in Nürnberg eine Druckerei und beauftragte die Dürer-Werkstatt bereits kurz nach 1500 mit der graphischen Illustrierung umfangreicher Buchprojekte. Dürer reiste zu jener Zeit nach Italien und übertrug die Ausführung seinen ersten Werkstattmitarbeitern. Im Zentrum des Vortrags steht die Frage nach der Arbeitsteilung und der wechselseitigen „Lehrer-Schüler“-Adaption, wie sie sich anhand der Pinderschen Aufträge ablesen lässt.

Birgit Münch: Seit November 2005 Assistenz im Fach Kunstgeschichte der Universität Trier. Parallel Promotion zum Thema Graphische Passionszyklen des Konfessionellen Zeitalters.


16 Uhr: Dr. Hartmut Scholz, Forschungszentrum „Corpus Vitrearum“, Freiburg

Albrecht Dürer und das Mosesfenster in St. Jakob in Straubing.

Zur Neubewertung eines Meisterwerks Nürnberger Glasmalerei um 1500
Neue Forschungen begründen die Einordnung des Straubinger „Mosesfensters“ in das frühe Œuvre des Nürnberger Stadtglasers Veit Hirsvogel und die Zuweisung des Entwurfs an den jungen Albrecht Dürer. Die Neubewertung des Mosesfensters bereichert unsere Vorstellung von Dürers Anfängen nach der Rückkehr aus Italien um ein zentrales Hauptwerk und stellt die Diskussion um die Authentizität seiner frühen Glasmalerei-Entwürfe auf eine neue Basis.

Hartmut Scholz ist seit 2004 Leiter des Freiburger Forschungszentrums „Corpus Vitrearum“.


17 Uhr: Karoline Feulner M.A., Universität Mainz

Holzfaserplatten, Gummibänder oder Blei.

Die Rezeption Albrecht Dürers durch Joseph Beuys, Sigmar Polke und Anselm Kiefer
Wie gehen Künstler der mittleren und jüngeren Generation heute mit dem Erbe Dürers um? Kaum ein anderer Künstler wird bis in die Gegenwart öfter rezipiert und verehrt wie Albrecht Dürer. So möchte der Vortrag am Beispiel dreier gegensätzlicher Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – Joseph Beuys, Sigmar Polke und Anselm Kiefer – verschiedene Auseinandersetzungen mit dem Werk des Nürnbergers zeigen und zugleich einen neuen Blickwinkel auf das Schaffen Dürers eröffnen.

Karoline Feulner ist seit Februar 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin am kunstgeschichtlichen Institut der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.


Ausstellung im Albrecht-Dürer-Haus vom 18. August bis 29. Oktober 2006:

Michael Runschke: Wanderlust und das Große Glück (Nemesis)

Gezeigt werden zwanzig individuell gestaltete Übermalungen von Albrecht Dürers Kupferstich „Das Große Glück“ (Nemesis) aus dem Jahr 1504. Es sind bildliche Notizen und Wahrnehmungen auf Nachdrucken des Werkes, die der Künstler im Jahr 2005 während seiner Wanderung in Südtirol machte. Die Schicksalsgöttin steht hier hoch über einer Alpenlandschaft und dem Städtchen Klausen. Die heute verschollene Vorzeichnung des zehn Jahre später geschaffenen Stichs fertigte Albrecht Dürer 1494/95, auf seiner ersten Italienreise.


Veranstalter:

Kulturreferat der Stadt Nürnberg
Rathaus, Hauptmarkt 18
90403 Nürnberg
www.duerer.nuernberg.de

KPZ – Kunst- und Kulturpädagogisches Zentrum der Museen in Nürnberg
Geschäftsstelle: im Germanischen Nationalmuseum
Kartäusergasse 1
90402 Nürnberg
www.kpz-nuernberg.de

Wir danken unseren Sponsoren für Ihre großzügige Unterstützung:
Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung
Hotel Avenue