Albrecht-Dürer-Stadt-Nürnberg

Stadt Nürnberg

Informationen zu Albrecht Dürers „Betenden Händen“

Das Urbild von Dürers „Betenden Händen” entstand im Jahr 1508. Dürer plante damals ein großes Altarwerk für eine Frankfurter Kirche und bereitete diesen "Heller-Altar" mittels vieler Zeichnungen von Köpfen und Gewändern, Füßen - und eben auch gezeichneten Händen der Dargestellten vor. Die "Betenden Hände" gehören einem Apostel jenes Heller-Altars, der betend der Himmelfahrt Mariens beiwohnt. Dürers Händezeichnung hat die Größe eines heutigen Blattes Briefpapier. Ziel dieser und weiterer Studien war es, die Darstellung der menschlichen Hand zu perfektionieren. Dürer zeichnete sie mit immens feinen Pinselstrichen in Grau und Schwarz. Lichtschimmer erzeugte er mit weißer Deckfarbe, den Grund bildet blau gefärbtes Papier. Das brillante Meisterwerk der Zeichenkunst gehört seit 1796 zum Gründungsbestand der Grafischen Sammlung „Albertina“ in Wien.

Jahrhunderte lang war diese heute so berühmte Zeichnung ziemlich unbekannt geblieben. Ihren Siegeszug trat sie erst im 20. Jahrhundert an, zuerst als grafische Reproduktion in Kunstsammelbänden, als Postkarten- oder Kalenderblattmotiv; seit etwa 1930 in unendlich vielen dreidimensionalen Umwandlungen, besonders als Relief, vom Weihwasserbecken über Wandschmuck bis zum Bucheinbanddekor.

2008 stehen die "Betenden Hände" im Mittelpunkt der Aktivitäten der Dürer-Stadt Nürnberg. Eine Recherche sammelt weltweite Beispiele, eine Ausstellung vermittelt Einblicke in ihre Entstehungsgeschichte und präsentiert die Vielfalt ihrer Rezeption. Der Besucher darf sich seine eigene Position bilden und die „Betenden Hände“ frei ansiedeln: Zwischen Kitsch und Nostalgie, Banalität und Pietät, zwischen ethnologischem Phänomen und moderner Frömmigkeit.