Albrecht-Dürer-Stadt-Nürnberg

Stadt Nürnberg

Dürer-Vorträge

Vortragsreihe zu Albrecht Dürers Betenden Händen

Samstag, 22. November, 10 bis 18 Uhr
Albrecht-Dürer-Haus, Albrecht-Dürer-Straße 39

4 Euro pro Vortrag, 15 Euro alle Vorträge
Karten ab 1. November im Dürer-Haus erhältlich
Veranstalter: museen der stadt nürnberg, Albrecht-Dürer-Haus mit freundlicher Unterstützung der Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung e.V. Nürnberg

Wenn Sie dort übernachten wollen, wo unsere Dozenten logieren, empfehlen wir das art & business hotel.

Weitere Informationen zu den Dürer-Vorträgen finden Sie hier:
www.duerervortraege.de


Dr. Karin Permesang (München)

Die „Betenden Hände“ von Albrecht Dürer – Entstehung und Bedeutung

Der Vortrag gibt einen Einblick in den ursprünglichen Kontext der Zeichnung, gefolgt von der Rezeptionsgeschichte, die zur Popularisierung und Trivialisierung dieses Motives führt. Die "Betenden Hände" als Dürers eigene Hände, die er mit Hilfe von zwei ebenen Spiegeln detailgetreu abzeichnete, werden im zweiten Teil thematisiert.


Dr. Christine Vogt (Oberhausen)

Das druckgraphische Bild nach Vorlagen Albrecht Dürers – Zum Phänomen der graphischen Kopie (Reproduktion) zu Lebzeiten Dürers nördlich der Alpen

Dieser Vortrag stellt die neuesten Forschungen zu dem bisher kaum beachteten Thema der zeitgenössischen druckgrafischen Kopien vor. Dabei lassen die Kopien weite Rückschlüsse zu, z.B. zur Beliebtheit von Sujets oder dem Kunstmarkt. Die Einstellung des frühen 16. Jahrhunderts zum Kopieren und das Ansehen der Kopisten wird ebenso behandelt wie Dürers Kampf um das Urheberrecht. Die Analyse nach dem Rechts und Links im Bild ergab ein erstaunliches Ergebnis.


PD Dr. Elena Filippi (München)

Lob der Hand – Albrecht Dürers "docta manus" zwischen Künstlertopos und christlicher Ethik

Die Wendung "Dürers Hand" wird im Rahmen des Vortrags in drei verschiedenen Sinnen erläutert: Hand als Sujet der Darstellung; „docta manus“ als Topos der Dürerverehrung; und verborgene Hand, womit Dürer sein Publikum erziehen will wie durch eine Art „Manuductio“. Im ersten Fall bewundert einer die Feinheit seines Zeichnens, im zweiten stellt man die Übereinstimmung von Theorie und Praxis in seinem künstlerischen Schaffen fest, im dritten ahnen wir eine Intuition, die Dürers Hand geführt hat und die er mit humanistischen und geistlichen Inhalten reichlich gespeist hat. Hier wird Dürer zum „Türer“, dessen Tugend in der Hand liegt. So steht im Selbstbildnis von 1500 gerade der Hand eine Schlüsselrolle neben den allsehenden Augen zu. In einer christlich gesinnten Ethik liegt letzten Endes der Sinn der "docta manus".


Dr. Heinz Widauer (Wien)

Vom Werkstattbehelf zum Zeichen: Albrecht Dürers "Betende Hände" und die Geschichte einer Funktionsveränderung

Der Vortrag möchte die Geschichte der Zeichnung mit den "Betenden Händen" nachzeichnen. Die ursprüngliche Funktion der Zeichnung als Teil eines Studienblattes zu Dürers Heller-Altarbild wird genauso thematisiert wie die zu einem unbekannten Zeitpunkt erfolgte Trennung der Zeichnung in zwei Hälften. Diese Maßnahme und die Eigenschaft als Sammlerobjekt machten die "Betenden Hände" dann zu einem Zeichen, das für die Albertina identitätsstiftend wurde.


Christine Demele M.A. (Jena)

Dürers Weimarer Selbstbildnis als Akt

Dürer zeigt sich nackt. Dieses Experiment, sich selbst mit kompositorisch und zeichnerisch betontem Geschlecht darzustellen, war nur im privaten und freien Medium der Zeichnung möglich. Die Zeichnung als eigenständiges Kunstwerk aufwertend, schuf Dürer hier einen Meilenstein in der Geschichte des Aktes wie in der Entwicklung des autonomen Selbstbildnisses. Eine einzigartige Verbindung, die dieser Vortrag in ihrer innovativen Vielfalt und Genialität würdigt.


Dr. Claudia Selheim und Dr. Thomas Eser (Nürnberg)

Albrecht Dürers „Betende Hände“ – Auf den Spuren eines Massenphänomens

Im Vordergrund der Beschäftigung mit den „Betenden Händen“ stand die Frage nach Ursachen und Verlauf ihrer massenhaften Verbreitung als Repliken. Wie kann dieses Phänomen museal und in der Forschung dokumentiert werden? Wie lässt sich den Dingbiografien dieser Repliken nachspüren? Rund 200 Bürger kamen im Juni 2008 mit ihren „Betenden Händen“ ins Germanische Nationalmuseum. Ihre Geschichten bieten eine Basis für erste Antworten...