Albrecht-Dürer-Stadt-Nürnberg

Stadt Nürnberg

Dürer-Briefe

Während seiner zweiten Italienreise von 1505–1507 schrieb Albrecht Dürer zehn Briefe an Willibald Pirckheimer. Sein Freund und Förderer Pirckheimer hatte Dürer finanziell unterstützt und ihn gebeten, zahlreiche, in Nürnberg schwer erhältliche Waren in Venedig einzukaufen.

Albrecht Dürer thematisiert in den Briefen aus Venedig seine Eindrücke über die Italiener, er schreibt von seinen endlosen „Shopping-Touren” für Willibald Pirckheimer und reflektiert die eigene Arbeit.

Erhalten sind auch die Briefe an Jakob Heller, für den er den Heller-Altar schuf. Immer wieder konfrontierte er ihn mit finanziellen Nachforderungen. Dieser heute nicht mehr erhaltene Altar wurde vor allem durch seine Vorstudien berühmt: Eine davon waren die „Betenden Hände”.

Ausgewählte Passagen aus Dürer-Briefen als Beispiele:

(Brief 1)
Albrecht Dürer über die Italiener – voll des Lobes.

Aus dem 2. Brief an Pirckheimer
7. Februar 1506

„Ich wollte, dass Ihr hier in Venedig wäret! Es sind so viele artige Gesellen unter den Italienern, die sich je länger je mehr zu mir gesellen, dass es einem ganz sanft um‘s Herz werden mag; vernünftig, gelehrt, gute Lautenspieler und Pfeifer, Kenner in der Malerei und Leute von viel edler Gesinnung und rechter Tugend, und sie tun mir viel Ehre und Freundschaft.”


(Brief 2)
Albrecht Dürer macht sich Gedanken über seinen Bruder und beklagt die Mühen, eine Familie ernähren zu müssen.

Aus dem 5. Brief an Pirckheimer
2. April 1506

„Und meines Bruders wegen sagt meiner Mutter, dass sie mit dem Wolgemut rede, ob er ihn brauchen könnte und dass er ihm Arbeit gebe, bis ich komme, oder dass er sich anderweitig behelfe. Ich hätte ihn gerne mit mir nach Venedig genommen, es wäre mir und ihm nützlich gewesen, auch der Erlernung der Sprache halben. Aber die Mutter fürchtete ja, der Himmel fiele auf ihn herab. Ich bitte Euch, habt selber ein Auge drauf, es ist verlorene Mühe bei den Weibern! Redet mit dem Buben, so gut wie Ihr könnt, dass er lerne und redlich aushalte, bis ich komme, und dass er nicht der Mutter zur Last falle.”


(Brief 3)
Albrecht Dürer schreibt Pirckheimer, dass er gewissenhaft seine Aufträge erfüllt. Die zweite Passage zeigt aber, wie sehr ihn diese Einkaufstouren ärgern.

Aus dem 7. Brief an Pirckheimer
18. August 1506

„Die Glassachen schicke ich Euch mit dem Boten und die zwei Teppiche will mir Anton Kolb auf das hübscheste, entgegenkommendste und wohlfeilste kaufen helfen. Sobald ich sie habe, will ich sie dem jungen Imhof geben, dass er sie Euch einpacke. Auch will ich nach den Kranichfedern sehen; ich habe noch keine gefunden. Aber Schwanenfedern, mit denen man schreibt, gibt es viele hier; wie wär’s, wenn Ihr einstweilen solche auf die Hüte stecktet? Auch habe ich einen Buchdrucker gefragt, der sagt, er wisse noch nichts von etwas Griechischem, das vor Kurzem erschienen wäre; was er aber erfahre, das will er mich wissen lassen, damit ich es Euch schreiben kann. Lasst mich ferner wissen, was für ein Papier Ihr meint, dass ich kaufen soll; denn ich weiss kein feineres, als das, welches wir daheim gekauft haben.

An Historienbüchern sehe ich nichts Besonderes, was die Italiener machen, und was sonderlich willkommen für Euer Studium wäre; es ist immer ein und dasselbe.
Ihr wisst selbst mehr, als sie malen. (...)

Auch danke ich Euch für alles, was Ihr mir zu Gute tut – wenn Ihr mich nur ungeschoren liesset mit den Ringen!

Gefallen sie Euch nicht, so brecht ihnen den Kopf ab und werft sie in’s Scheißhaus, wie der Peter Weisweber spricht! Was meint Ihr, dass mir an solchem Dreckwerk liege?
Ich bin ein Edelmann in Venedig geworden!”