Albrecht-Dürer-Stadt-Nürnberg

Stadt Nürnberg

Dürers Nachbarschaft – Gönner, Paten, Spekulanten

30. Juni bis 30. September 2012

Es war der Promi-Hügel der deutschen Boomtown in der Renaissance: In der Burgstraße in Nürnbergs Sebalder Altstadt, dort, wo der junge Albrecht Dürer zu Füßen der Kaiserburg aufwuchs, herrschte Kreativ-Atmosphäre. Geldgeber, Erfinder und Handwerkskünstler lebten und arbeiteten dicht an dicht und bescherten Albrecht Dürer die nötigen beruflichen und privaten Netzwerke.  „Networking” ist eben keine Erfindung des 21. Jahrhunderts.

Gelegenheit schafft  Karriere – lautet gleichlautend das Resultat des Germanischen Nationalmuseums, das diese Erkenntnis in seine große Schau über den jungen Dürer (ab 23. Mai) einspeist. In Ergänzung dazu zeigt das Kulturreferat ab Juli und bis September dazu an den Original-Schauplätzen „Dürers Nachbarschaft”. Die Burgstraße ist der „Kiez” des Universalkünstlers, hier knüpfte er seine Kontakte, hier fand er Abnehmer und Ideengeber. Die Familie Frey etwa, deren Tochter Agnes Dürer später heiraten wird, Spekulanten wie der erst schwer reiche und dann verarmte Christoph Scheurl, oder Erfinder wie den Buchdrucker Anton Koberger, eine Art Steve Jobs der Renaissance, der auch Dürers Pate war.

Die Open-Air-Präsentation mit sieben erzählenden Skulpturen-Stationen ist als „Stadtgeflüster” gedacht. Es gibt Begegnungen in der Burgstraße: mit einem Spekulanten, einem Medienmogul, einer Lichtgestalt, dem Kumpel, einem Kunstfreund und der Managerin-Ehefrau. Prototypen, die damals wie heute Schlüsselrollen spielen. Überlebensgroße Dürer-Silhouetten weisen den Weg zu Hörstationen.

An den ehemaligen Wohnstätten von Dürers Nachbarn informieren die Figurengruppen über die jeweiligen Beziehungen zu Albrecht Dürer. Direkt vor Ort oder im Nachbarschafts-Wiki online können Besucher die Hintergründe und Zusammenhänge nachlesen. An den dazu gehörigen Hörstationen erzählt Albrecht Dürer (eingesprochen vom Nürnberger Regisseur, Figurentheatermacher und Kulturpreisträger Tristan Vogt)  Symptomatisches über seine Nachbarn.

Ein mechanisches Theater gibt darüber hinaus als zentrale Einheit humorvoll Einblick in dieses allzu menschliche Beziehungsgeflecht.  Der Dresdner Regisseur Heiki Ikkola schafft dafür  ein pointiertes Schau-Bild vom Burgstraßenleben.

Germanisches Nationalmuseum NürnbergEine Ausstellung der Stadt Nürnberg / Kulturreferat in Zusammenarbeit mit dem Germanischen Nationalmuseum