Albrecht-Dürer-Stadt-Nürnberg

Stadt Nürnberg

Zur Geschichte des Rathauses

Auch wenn die Dürerforschung viele Regalmeter füllt, sind Dürers letzte Schaffensjahre und insbesondere seine Ausmalungen im Nürnberger Rathaus ein bis heute kaum beleuchtetes Thema.

Dürers Entwürfe für den Rathaussaal

1519/21 erhielt Albrecht Dürer einen der größten Aufträge seines Lebens, die Neugestaltung des Nürnberger Rathauses. Hintergrund für diesen Auftrag war der überraschende Tod Kaiser Maximilians I. im Jahr 1519. Nürnberg rechnete damit, dass der neue Kaiser bald seinen ersten Reichstag in Nürnberg abhalten würde. Dafür erschien dem Rat der Rathaussaal nicht repräsentativ genug.

Die Bemalungen im Rathaussaal, die Dürer und seine Werkstatt realisierten, basieren auf verschiedenen Entwürfen Dürers. Seine zentralen Werke befanden sich auf der fensterlosen Nordwand: der „Triumphzug“, die „Verleumdung des Apelles“ und der „Pfeiferstuhl“. Nicht umsonst wird sie deshalb häufig auch als „Dürer-Wand“ bezeichnet. Die Südwand versah Dürer mit Rundbildern mit Römertugenden und Gerechtigkeitsbildern.

Umgang mit den Bemalungen

Im Laufe der Jahre sorgten Kerzenruß und Tageslicht für das Verblassen der Malereien. 1613/21 wurde der Saal erstmals komplett renoviert, wobei die von Dürer entworfenen Bildideen erhalten blieben. Die beauftragten Künstler galten als Verehrer Dürers und Experten seines Werkes, die ihren eigenen Ehrgeiz zügelten, um im Sinne Dürers zu wirken.

Foto: Generalvision, Gemälde-
und Skulpturensammlung der
Museen der Stadt Nürnberg

1904/05 wurde der Rathaussaal erneut renoviert und die Bemalung erstmals in schwarzweißen Fotografien dokumentiert. Zur gleichen Zeit nahmen die Restauratoren zudem Teile der bemalten Putzschicht der Wände ab und fertigten Kopien einiger Wandmalereien an, die als Farbmuster dienten. Sie wurden im Rahmen der Generalrevision der Abteilung Gemälde und Skulpturen der Museen der Stadt Nürnberg erstmals komplett erfasst. Eine Hand voll der von der Putzschicht abgenommen Fresken stammen aus der Nordwand und sollen, vorbehaltlich einer Finanzierung für die unabdingaberen Restaurierungsmaßnahmen, vom 3. bis 5. August im Rathaussaal zu sehen sein.

Umgang nach der Zerstörung des Rathaussaales

1945 wurde das Rathaus vollständig zerstört; sein Wiederaufbau zog sich viele Jahre. Der Rathaussaal war noch einmal Thema, als die Stadt 1978 beschloss, den wieder aufgebauten Saal in seinen historischen Grundelementen zu rekonstruieren. Doch die Wände des Saales blieben weiterhin weiß – bis heute.